Simon Pearce

Simon Pearce begeistert Schüler und wirbt für Toleranz

„Humor ist das beste Mittel, um auf Rassismus und Intoleranz aufmerksam zu machen und etwas in den Köpfen der Menschen zu verändern“, so beschreibt Simon Pearce, Schauspieler, Buchautor und Star der neuen Kabarett- und Comedy-Szene, das Ziel seiner Arbeit. Die Schüler der 9. und 10. Klassen der Hans-Scholl-Realschule hatten Gelegenheit, den Sohn einer bekannten Volksschauspielerin und eines Nigerianers bei einer Lesung aus seinem Buch „So viel Weißbier kannst gar ned trinken: Wie ich als Schwarzer in Bayern groß geworden bin“ persönlich kennenzulernen. Die Veranstaltung für die Schüler wurde vom Förderverein der Hans-Scholl-Realschule gesponsert.

In kleinen Geschichten aus dem Alltag schildert Simon Pearce in seinem Buch Kindheits- und Jugenderlebnisse in einer oberbayerischen Kleinstadt, wie zum Beispiel die Episode mit der netten Oma, die ihm über die lockigen Haare streicht – „Mei, wia a Schaf.“ -, aber die Simons Mutter anfeindet, weil das goldige „Negerkind“ das eigene ist und nicht adoptiert wurde. Beim Fußball muss er sich auch einiges gefallen lassen: „Haut’s den Bimbo um!“, also spielt er lieber Basketball, denn in dieser Sportart „bist als Schwarzer cool!“ Pearce spricht Bairisch und erklärt, dass dies in seiner Jugend, vor allem bei den häufigen Polizeikontrollen – als „Schwarzer wirst du immer kontrolliert und gefragt, welche Drogen du nimmst“ -  sehr hilfreich war, weil die Beamten merkten: „Des is ja oaner von uns.“ Pearce erzählt den Schülern von Begegnungen, die immer wieder mit offenem oder verstecktem Rassismus verbunden waren und sind. In seinen Geschichten zeigt sich auf humorvolle Art und Weise eine Menge Gesellschaftskritik, die nie persönlich angreift, aber eine Menge Ironie enthält und dem Zuhörer seine eigenen Fehler und Vorurteile aufzeigt.

Mit seiner ungezwungenen Art traf Simon Pearce genau den richtigen Ton, um die Jugendlichen anzusprechen und den einen oder anderen zum Nachdenken anzuregen, wie die interessierten Fragen von den Schülern am Ende der Lesung auch zeigten.

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